Vorteile von Teamarbeit sind immer Vorteile für alle Beteiligten. Bei gelungener und stimmiger Aufgabenteilung und Organisation hat Teamarbeit einen Nutzen, der noch über die optimale Erfüllung der eigentlichen Aufgabe hinausgeht.

Verdeckte Wünsche Einzelner, aus einem Team Nutzen zu ziehen, indem man andere für sich arbeiten lässt, untergraben jede Teamarbeit (Team = Toll, ein anderer macht`s!).

Für komplexe Aufgaben werden aufgrund der „kollektiven Weisheit“ eines Teams bessere Lösungen gefunden, deren Bewältigung jeden Einzelnen überfordern würde. Die Koordination und Kommunikation zwischen den Experten verbessert sich. Die Mitverantwortung jedes Einzelnen und die gegenseitigen Anregungen ermöglichen ein größeres Maß an kreativem Denken. Die Entscheidungen werden gemeinsam getroffen und daher besser akzeptiert und so auch eher realisiert.

Jeder der Ausführenden lernt durch die Zusammenarbeit mit anderen und die selbständige Verantwortung für einen Teilbereich dazu. Jedes Teammitglied hat dabei auch die Möglichkeit, ein gewisses Ausmaß an Individualität innerhalb seiner Teilaufgabe auszuleben. Die Teammitglieder inspirieren und motivieren sich gegenseitig.

Was ein Team nicht leisten kann

Teamarbeit im geschilderten Sinn ist kein Patentrezept für alle Arbeitsbereiche. In vielen Fällen ist sie weder möglich noch sinnvoll, wie z. B. bei der konzentrierten Einzelarbeit an Spezialthemen oder bei der Abarbeitung von standardisierten Vorgängen in einer Verwaltung oder im Innendienst/Verkauf

Die Fallen bzw. Grenzen von Teamarbeit: Was wirkt sich negativ auf die Leistung einer Gruppe aus?

Motivationale (soziale) Aspekte:

  • Soziales Faulenzen: Einzelne bringen sich nicht so ein wie sie könnten (insbesondere bei als unwichtig erachteten Aufgaben und bei unklaren Leistungsstandards).
  • Trittbrettfahren: Unter der Annahme, dass die Anstrengungen der Übrigen ausreichen, wird der individuelle Einsatz verringert.
  • Sucker-Effekt: Bei Beobachtung von Trittbrettfahren wird Leistung bewusst reduziert (nicht der „Dumme“ sein wollen).
  • Verantwortungsdiffusion: Niemand fühlt sich für die Problemlösung verantwortlich. Alle gehen davon aus, der andere werde sich „schon darum kümmern“. Dieser Effekt wächst mit der Gruppengröße.
    Konformitätsdruck: In Gruppen fällt es vielen Menschen schwer, die eigene Überzeugung zu äußern – insbesondere, wenn die Mehrheit diese nicht teilt.

Maßnahmen, um diesen negativen Effekten entgegenzuwirken:

  • Identifikation mit Zielsetzung und Aufgabe erhöhen und klare Zuständigkeiten festlegen
  • Leistung der einzelnen Teammitglieder transparent machen
  • Teamklima entwickeln, in dem konträre Meinungen erwünscht sind.

Informationsverarbeitung in der Gruppe:

  • Ungeteiltes Wissen: Gruppen tauschen nur bekannte Informationen aus, keine neuen (z. B. Gegenargumente).
  • Groupthink (Janis, 1972): Besonders bei Zeitdruck, Selbstüberschätzung und Gruppenzwang werden Entscheidungen ohne ausreichende Prüfung vorschnell getroffen (Bedürfnis nach schnellem Konsens).
  • Risky Shift: Gruppen treffen riskantere Entscheidungen als Einzelpersonen.

Maßnahmen, um diesen negativen Effekten entgegenzuwirken:

  • Bei der Zusammentragung von Informationen Sorge tragen, dass bewusst noch nicht geteiltes Wissen thematisiert wird (Widersprüche, kritische (Gegen-) Argumente etc.)
  • Informationssammlung von Bewertungs- und Entscheidungsphasen trennen
  • Bewusst eine kritische Prüfinstanz (Advocatus Diaboli) etablieren

Welche Effekte kennen Sie, in welchen Situationen tappen Sie bzw. Ihr Team in diese „Verhaltensfallen“?

Auszüge u.a. aus Kalender „Kooperation“ – Prof. Dr. J.Ryschka